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Optimiert für ... Browser

Das liest jeder immer wieder gern:

Seite optimiert für Internet Explorer 4.x oder höher. Wir empfehlen die Verwendung von MS-IE, bei der Verwendung von Netscape kann es zu Fehlern in der Anzeige kommen.

gesehen bei http://www.timezone.at/

Mal ernsthaft, glaubt der Verfasser dieser (oder ähnlicher) Seiten wirklich, dass jetzt jemand 17 MB über seine Modemleitung zieht, um den optimalen Browser für diese Seite zu laden? Oder das jemand womöglich gar das Betriebssystem wechselt, weil es für seinen Computer gar keinen Internet Explorer gibt?

Und wenn davon sowieso nicht auszugehen ist, was soll dann dieser Hinweis? Wen interessiert, für welchen Browser diese Seite "optimiert" ist? (Was immer unter optimiert zu verstehen ist.)

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Natürlich sieht eine Seite mit einem bestimmten Browser "am besten" aus. (Wobei das definitiv eine Geschmacksfrage ist.) Und logischerweise dann auf allen anderen Browsern (etwas) weniger gut.

Aber das Ziel sollte es doch sein, dass die Seite mit allen Browsern einen guten Eindruck hinterläßt. Denn ich kann ja nie wissen mit welchem Browser der womöglich wichtigste Besucher meiner Seite gerade unterwegs ist.

Der Sinn und Zweck der meisten Seiten ist es doch, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Egal ob es eine Firmenseite, eine Fan-Site oder eine private Homepage ist. Natürlich läßt sich über Geschmack nicht streiten, aber wenn ich wesentliche Teile der Seite erst gar nicht zu sehen bekomme oder der Text hinter den Bildern verschwindet, weil die Seite nur mit einem bestimmten Browser überhaupt anzeigbar ist, dann ist das sehr schlechter Stil.

Gerade bei Firmenseiten sollte sich der Betreiber einfach fragen: Will ich, dass die Besucher meiner Seiten einen bestimmten Browser benutzen oder will ich, dass sie bei mir kaufen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach (außer für Browser-Hersteller ;-).

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Nicht zuletzt: die Unterschiede zwischen der Darstellung in ein und demselben Browser, die durch verschiedene Einstellungen auftreten können, sind häufig größer, als zwischen verschiedenen Browsern.

Es gibt durchaus Menschen, die verstellen in ihrem Browser die Schriftart und -größe sowie die Farben, weil sie dann auf ihrem Display besser lesbar sind. Das kann einige Seiten, die auf so etwas keine Rücksicht nehmen, völlig unleserlich machen.

Andere wiederum schalten JavaScript und Active-X aus, weil ihnen etwas an der Sicherheit ihrer Daten liegt - und plötzlich fehlt die halbe Seite.

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"Schön, aber es benutzen doch eh praktisch alle den Internet Explorer. Die wenigen Ausnahmen extra zu berücksichtigen macht doch nur überflüssige Arbeit."

Nunja, der Server von www.Heise.de zählte im Mai 2002 nur 65,7% der Besucher mit Internet Explorer. Das sind deutlich weniger als praktisch alle. (Auch wenn derartige Statistiken natürlich mit viel Vorsicht zu genießen sind) Das es mehr Arbeit machen würde, valide HTML-Seiten zu erstellen, ist ein Gerücht, welches von Menschen in Umlauf gebracht wird, denen das nötige Fachwissen fehlt.

Neueste Meldung: 62,7 % Microsoft Browser bei Heise Online (Dezember 2002). Wer da auf den Rest der Internet User verzichten kann, hat ein wirklich gut gehendes Geschäft ;-).

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Ein Satz wie oben zitiert zeigt also lediglich, dass der Verfasser der Seite so arrogant und / oder ignorant ist, nicht auf die Bedürfnisse der Besucher seiner Seite Rücksicht nehmen zu wollen. Aber die nächste Webseite ist ja nur einen Mausklick entfernt ...

Urheber © Dr. Joachim Wiesemann

Letzte Aktualisierung: 27.5.2006


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Verweise (Links)