Seiten über gutes Webdesign, Usability (Benutzbarkeit) und Accessibility (Zugänglichkeit) mit HTML und CSS.
Navigation überspringen

Optimiert für ... schlechte Webseiten

Hier stehen ein paar Dinge, die auf keiner Webseite auftauchen sollten. Die hier genannten Technologien sind natürlich nicht als solche schlecht, führen aber meistens zu schlechten Webseiten, weshalb sie nur wohlüberlegt eingesetzt werden sollten.

Auf dieser Seite:

– — – — – — – — –

Schlechte Inhalte

Hier stehen Inhalte, die auf einer guten Webseite™ nichts zu suchen haben.

Blah

Lassen Sie überflüssiges Werbegewäsch und Floskeln beiseite. Wenn Ihre Besucher 4 Zeilen Text gelesen haben, die keine Informationen enthalten, dann glauben Sie auch nicht, dass da noch viel mehr kommt, und verschwinden.

Besucherzähler (Counter)

Wen interessieren die? Eine Meldung "Sie sind der 257. Besucher" ist ziemlich peinlich. Eine Meldung "Sie sind der 1143356. Besucher" glaubt niemand. (Außer man ist bekanntermaßen so groß, und dann braucht man diesen Schwachfug nicht.) Es gibt auch einen Abschnitt über Counter auf der Statistikseite.

"Optimiert für"-Texte

Man lese optimiert für Browser und optimiert für Bildschirm.

Pauschale Distanzierung von Verweiszielen (verlinkten Seiten)

Was will ich damit erreichen, wenn ich einen Verweis setze und mich von den Inhalten der Seiten, auf die ich verweise, distanziere? Zum einen sind diese sogenannten Disclaimer im besten Fall rechtlich völlig unwirksam und zum anderen beleidige ich damit die Autoren der Seiten, auf die ich verweise. Wenn ich mit ihnen nichts zu tun haben will, dann setze ich am besten keinen Verweis. (Siehe auch Recht: Haftungsausschluss)

Schlechte Rechtschreibung

Jeder macht Fehler. Eine Seite, auf der mal ein Rechtschreibfehler auftritt, ist kein Beinbruch. Aber professionelle Seiten, die mit der Grammatik und der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehen, wirken so, als ob dem Betreiber der Begriff Qualität nichts bedeutet. Das gilt für Webseiten wie für Bewerbungen. Würden Sie Visitenkarten mit einem Tippfehler verwenden wollen?

Unsinnige Eingangsseiten

So genannte "Splash Screens" oder "Intros" sind vor allem eins: nervig. Man will irgendwo hin und wird erst mal aufgehalten um sich ein Firmenlogo oder - noch schlimmer - ein Intro-Filmchen ansehen zu müssen. Erst danach darf man weiter. "Aber es gibt doch immer einen Button Skip Intro" - Ach ja? Wie viele Prozent ihrer Kunden wissen was das heißt? Und wo auf der Seite ist er und wann taucht er auf? Wenn ich den Film sehen möchte, kann ich auch auf der Eingangsseite einen Link anklicken.

"Zurück"-Verweise (Links)

Viele Besucher betreten die besuchten Web-Auftritte nicht durch die Vordertür. Sie kommen über eine Suchmaschine, einen Deep-Link oder ein Lesezeichen direkt auf irgendeine Seite. Und dort finden sie dann einen Link "Zurück". Wo zeigt den dieser wohl hin?

Noch schlimmer ist es natürlich, wenn dieser Link dann die Browser-Funktion "zurück" aktiviert. Damit stimmt zwar der Link-Text, aber ob der Author der Seite beabsichtigt hat, das dieser Link zu einer Google-Abfrage führt?

Unnötige Benutzerdatenabfragen

Manche Firmen glauben, wenn man ihr Kontaktformular ausfüllen will oder etwas downloaden, dann wäre die Gelegenheit günstig, gleich alle persönlichen Daten des Besuchers abzufragen. Und sicherheitshalber das Formular nur zu akzeptieren, wenn auch wirklich alle Felder ausgefüllt sind. Statt dass sie froh sind, wenn jemand überhaupt etwas von Ihnen will oder ihnen gar etwas mitteilen will. Viele Besucher empfinden derartiges als unerwünschten Eingriff in ihre Privatsphäre - und schreiben einfach Blödsinn in die Felder. Oder verlassen die Seiten. Nebenbei widerspricht es dem Datenschutzgesetz.
Wenn überhaupt Benutzerdaten erfragt werden, dann sollte dies deutlich sichtbar freiwillig geschehen. Das senkt zwar die Anzahl der Daten, steigert deren Wert aber deutlich. Und verschreckt weniger Besucher.

– — – — – — – — –

Schlechte Technologien

Technologien, die man auf einer guten Webseite™ nicht oder nur sehr wohlüberlegt einsetzen sollte. Sie besitzen nämlich ein paar deutliche Nachteile gegenüber HTML und CSS.

Frames

Neben ihren (sich mir zugegebenermaßen nicht erschließenden) Vorteilen haben Frames vor allem Nachteile für den Besucher:

Selbstverständlich gibt es für fast alle diese Punkte Würgarounds. Aber die machen zusätzliche Arbeit und bringen zum Teil weitere Nachteile mit sich. Frames wurden nicht ohne Grund aus dem HTML-Standard entfernt.

Fazit: Die beste Lösung ist eindeutig - keine Frames.

Flash

Das Format Macromedia Flash ist ein Quasistandard für sogenannte "Rich Internet Applications". Damit lassen sich viele Dinge anstellen, die HTML nicht kann. Aber dieses Format hat auch deutlich Nachteile gegenüber HTML:

Fazit: Für spezielle Anwendungen oder einzelne Gimmiks kann Flash durchaus sinnvoll sein. Ganze Webauftritte in Flash verbieten sich aber aufgrund der Einschränkungen von selbst. Eine Flash-Seite ist keine Webseite!

JavaScript

JavaScript ermöglicht ein paar nette Gimmicks. Leider stellt JavaScript teilweise (insbesondere beim Internet Explorer) ein Sicherheitsrisiko dar. Deshalb filtern einige Firmen alles JavaScript in Ihrer Firewall aus. Auch diverse Anwender haben JavaScript aus diesem Grund abgeschaltet. Nicht zuletzt die nervenden Popup-Fenster bringen weitere Anwender dazu, auf dieses Feature zu verzichten.

Man kann sich also nicht darauf verlassen, dass der Browser des Besuchers JavaScript ausführen kann. Also sollte man insbesondere keine Navigation mit JavaScript realisieren. Für Dinge, die man nicht zwingend braucht, kann JavaScript aber ganz nett sein.

Fazit: Gegen einen sinnvollen Einsatz von JavaScript mit einer Rückfallebene in HTML ist nichts einzuwenden. Wichtig ist allerdings, dass die Seiten auch ohne JavaScript vollständig funktionieren.

PDF

Das Adobe Portable Document Format (PDF) ist ein gutes Format um Dokumente zu erstellen und zu versenden, die überall gleich aussehen sollen. Dies ist genau der entgegengesetzte Ansatz zu HTML: Inhalte so anzubieten, dass sie überall optimal dargestellt werden können.
PDF hat diverse Nachteile für Besucher:

Dieses Format ist nicht erfunden worden, um Dokumente optimal am Bildschirm lesen zu können.

Fazit: Inhalte im Web sollten in HTML ausgezeichnet werden. Lediglich für Dokumente, die primär ausgedruckt werden (Formulare, ...) ist der Einsatz von PDF sinnvoll.

.DOC, .XLS, .PPT, ...

Zur Veröffentlichung von Inhalten haben proprietäre Dateiformate im Web nichts zu suchen. Auch wenn Sie auf Ihrem Rechner diese im Browserfenster oder in der extra startenden Anwendung sehen können, viele Ihrer Besucher können das nicht. Sollen sich Ihre Besucher extra alle Software kaufen, die Sie auch haben? Wenn Sie im Web etwas mitteilen wollen, dann nutzen Sie die Technologien des Web: HTML.

Ausgenommen davon sind nur Beispieldateien, wenn Sie z. B. Tipps zu MS Access veröffentlichen. Die Tipps selbst sollten aber als HTML verfügbar sein: Es ist schon ziemlich blöd, ein .zip zu laden, auszupacken, Access zu starten, um dann zu sehen, dass der Tipp nicht wirklich passt.

Fazit: Inhalte im Web sollten in HTML ausgezeichnet werden. Lediglich für Beispieldokumente ist der Einsatz von anderen Dateiformaten sinnvoll.

Urheber © Dr. Joachim Wiesemann

Letzte Aktualisierung: 1.6.2006

– — – — – — – — –

Verweise (Links)